
Wer Produkte nach Daten sortieren will, braucht Angaben, die überall in gleicher Form vorkommen. In der EU gibt es dafür eine feste Grundlage: die Kosmetikverordnung schreibt vor, was auf Behälter und Verpackung stehen muss.
Die Pflichtangaben auf einen Blick
| Nr. | Angabe | Was sie dir sagt |
|---|---|---|
| 1 | Name und Anschrift der verantwortlichen Person | Wer in der EU für das Produkt einsteht |
| 2 | Nenninhalt | Menge in Gramm oder Milliliter |
| 3 | Haltbarkeit | Mindesthaltbarkeitsdatum oder Dauer nach dem Öffnen |
| 4 | Vorsichtsmaßnahmen | Hinweise zur sicheren Anwendung |
| 5 | Chargennummer | Kennzeichen der Herstellungscharge |
| 6 | Verwendungszweck | Wofür das Produkt gedacht ist, falls nicht offensichtlich |
| 7 | Liste der Bestandteile | Alle Inhaltsstoffe mit ihren INCI-Namen |
Die Reihenfolge in dieser Tabelle ist eine Nummerierung zur Orientierung. Auf der Verpackung selbst sind die Angaben frei verteilt.
Die Angaben müssen unverwischbar, gut lesbar und deutlich sichtbar sein. Nenninhalt, Haltbarkeit, Vorsichtsmaßnahmen und Verwendungszweck stehen in der Sprache des Landes, in dem das Produkt verkauft wird. Die Liste der Bestandteile ist davon ausgenommen: Sie verwendet überall dieselben internationalen Namen.
Nenninhalt: die Basis für jeden Mengenvergleich
Der Nenninhalt steht in Millilitern oder Gramm auf der Packung. Für sehr kleine Packungen und Proben gelten Ausnahmen. Gerade bei Produkten für die Augenpartie lohnt der Blick auf diese Zahl, weil die Behälter klein sind und sich äußerlich ähneln.
Mit dem Nenninhalt kannst du selbst einen Grundpreis bilden: Preis geteilt durch Menge. So werden zwei Produkte mit unterschiedlicher Füllmenge vergleichbar.
Achte auf die Einheit. Flüssige Produkte wie Seren und Mascara sind in Millilitern angegeben, feste wie Puder oder Balsam meist in Gramm. Ein direkter Vergleich ist nur innerhalb derselben Einheit sinnvoll.
Haltbarkeit: zwei verschiedene Systeme
Kosmetik trägt entweder ein Mindesthaltbarkeitsdatum oder eine Angabe zur Verwendungsdauer nach dem Öffnen.
- Mindesthaltbarkeitsdatum: Es steht nach den Worten "Mindestens haltbar bis" oder neben einem Sanduhr-Symbol. Pflicht ist es bei Produkten, die höchstens 30 Monate haltbar sind.
- Verwendungsdauer nach dem Öffnen: Sie steht im Symbol mit dem offenen Tiegel, zum Beispiel "6M" für sechs Monate oder "12M" für zwölf Monate. Die Abkürzung dafür lautet PAO.
Für Sortierungen ist die PAO-Angabe praktisch, weil sie eine klare Zahl liefert. Bei Mascara fällt sie häufig kürzer aus als bei Cremes. Mehr dazu steht in der Übersicht der Mascara-Typen.
Beide Angaben setzen voraus, dass du das Produkt richtig lagerst: verschlossen, nicht in der prallen Sonne und nicht dauerhaft in feuchter Wärme. Verändert ein Produkt Geruch, Farbe oder Konsistenz, verwende es nicht weiter, auch wenn die Frist noch läuft.
Liste der Bestandteile: das umfangreichste Datenfeld
Die Liste beginnt mit dem Wort "Ingredients". Die Stoffe stehen in absteigender Reihenfolge ihres Gewichtsanteils. Stoffe mit weniger als einem Prozent Anteil dürfen ungeordnet am Ende folgen. Farbstoffe dürfen gesammelt am Schluss stehen und tragen eine Nummer mit den Buchstaben CI.
Aus der Liste lassen sich Stoffgruppen ablesen, aber keine genauen Mengen. Wie weit die Aussagekraft reicht, zeigt der Beitrag INCI-Liste als Datenquelle.
Kurz gesagt: Nenninhalt, Haltbarkeit und Liste der Bestandteile sind die drei Pflichtangaben, die sich am besten vergleichen lassen. Sie stehen auf jedem kosmetischen Mittel in der EU.
Angaben, die keine Pflicht sind
Vieles auf einer Verpackung ist freiwillig. Dazu gehören Werbeaussagen, Siegel und Hinweise auf enthaltene oder nicht enthaltene Stoffe. Auch für solche Aussagen gelten in der EU Regeln: Sie müssen wahr und belegbar sein. Einheitlich aufgebaut sind sie aber nicht.
Für eine Übersicht bedeutet das:
- Freiwillige Angaben eignen sich schlecht zum Sortieren, weil nicht jeder Hersteller sie macht.
- Fehlt eine Aussage, heißt das nicht, dass das Produkt die Eigenschaft nicht hat.
- Eine Aussage wie "ohne" einen bestimmten Stoff prüfst du am sichersten an der Liste der Bestandteile.
Ein Sonderfall ist die Chargennummer. Sie ist Pflicht, eignet sich aber nicht zum Vergleichen. Ihren Wert zeigt sie erst, wenn du beim Hersteller nachfragen willst: Mit ihr lässt sich genau zuordnen, aus welcher Herstellung dein Exemplar stammt.
So liest du eine Packung in einer Minute
- Verwendungszweck suchen. Ist es ein Serum, eine Creme, ein Make-up-Produkt?
- Nenninhalt notieren. Milliliter oder Gramm.
- Haltbarkeit prüfen. Datum oder Tiegel-Symbol.
- Vorsichtsmaßnahmen lesen. Bei Produkten am Auge besonders wichtig.
- Liste der Bestandteile überfliegen. Die ersten Positionen zeigen die Basis, auffällige Namen weiter hinten die besonderen Zutaten.
Wie wir aus diesen Feldern Listen bauen, beschreibt der Beitrag So entstehen unsere Übersichten.
Häufige Fragen
Muss auf jeder Kosmetik ein Mindesthaltbarkeitsdatum stehen?
Nein. Bei Produkten, die länger als 30 Monate haltbar sind, genügt die Angabe der Verwendungsdauer nach dem Öffnen. Sie steht neben dem Symbol mit dem offenen Tiegel.
Wo finde ich die Liste der Bestandteile bei sehr kleinen Produkten?
Sie darf dann auf der Umverpackung, einem Beipackzettel oder einem Anhänger stehen. Ein Symbol mit einer Hand im aufgeschlagenen Buch weist darauf hin.
Wozu dient die Chargennummer?
Sie ordnet das Produkt einer Herstellungscharge zu. Bei Rückfragen oder einem Rückruf lässt sich damit genau bestimmen, um welche Ware es geht.



